Wie die aufmerksamen LeserInnen meiner diversen Social Media Aktivitäten sicher bereits bemerkt haben, schreibe ich so gut wie nie Artikel zum Thema Ausrüstung und Equipment!
Nicht dass es dazu nichts zu sagen gäbe, ganz im Gegenteil, aber ehrlich gesagt verwende ich meine Zeit lieber für die Fotografie draußen in der Natur als dafür Artikel zum Thema Kameraequipment zu verfassen. Ich bin hier auch der Überzeugung dass der Mensch die Fotos macht und nicht die Technik. Klar werden mir jetzt einige widersprechen, aber Fakt ist teure Ausrüstung alleine macht noch keine gelungenen Aufnahmen. Aber bevor es hier zu leidenschaftlich wird, möchte ich erzählen warum ich heute eine Ausnahme mache…

Schon seit ich (fotografisch gesehen) denken kann, suche ich den passenden Fotorucksack für ausgedehnte Bergtouren. So habe ich in den lezten Jahren nun schon so Einiges probiert und war mit keiner Lösung zu 100% zufrieden. Nicht dass es nicht einige wirklich sehr gute Hersteller geben würde, aber bei allen Varianten musste ich bis Dato Abstriche in Kauf nehmen.
Vorallem bieten die meisten Foto-Rucksäcke bei weitem nicht genügend zusätzlichen Stauraum an, welchen man z.B. für ein Biwak (Isomatte, Schlafsack, zusätzliche Bekleidung etc..) in den Bergen aber dringend benötigt.

Bis ich vor 2 Jahren das erste mal auf den US-Hersteller F-Stop Gear aufmerksam wurde. Diese kleine innovative Firma hat sich unter anderem auf die Fertigung von Fotorucksäcken spezialisiert.
Was mir an dem System besonders gut gefällt ist die Kombination aus einer internen Kameratasche (einer sog. ICU “Internal Camera Unit”) und dem Rucksack selbst. Die ICUs gibt es in verschiedenen Größen, und  so kann man -je nach Platzbedarf- eine Unit auswählen welche gut auf das  eigene Equipment abgestimmt ist. Die ICU wird dann im Rucksackinneren fixiert und hat so eine feste Position. Durch die Verwendung von verschieden großen ICUs lässt sich -wie Eingangs bereits erwähnt- auch noch Platz finden für andere wichtige Utensilien einer Bergtour.  Auch den großen Zugang über das Rückenteil des Rucksacks finde ich sehr praktisch, da man so schnell zugriff auf seine Ausrüstung hat und vor allem auch das Rückenteil des Rucksacks stets sauber bleibt wenn man ihn am Boden absetzt und Teile aus dem Rucksack holt.
Des weiteren gibt es eine Vielzahl von zusätzlichen Ausrüstungsgegenständen, mit welchem sich das System weiter upgraden lässt (z.B. LensBarrels, Fixierungsgurte für zusätzliches Equipment etc…). Der Rucksack selbst verfügt dementsprechend auch über eine Vielzahl von Fixierungsmöglichkeiten wie Ösen, Laschen, etc an welchen sich bei Bedarf auch Karabiner, Steigeisen, Pickel etc… befestigen lassen.
Der größte Vorteil bei F-Stop Gear Rucksäcken ist aber der Tragekomfort, welcher locker an den bekannter Rucksackhersteller wie Deuter, Arcteryx etc… heranreicht. Auch auf langen Touren in den Bergen drückt und “zwickt” nichts und das ganze Equipment trägt sich sehr angenehm. Sowas kannte ich bis Dato noch von keinem anderen Fotorucksack!

Natürlich sei auch der ein oder andere Nachteil nicht verschwiegen.
– Wasser:
Der Rucksack ist nicht zu 100% Wasserdicht, er verfügt zwar über eine Feuchtigkeits abweisende Polyurethan Beschichtung, aber bei Dauerregen zieht es die Feuchtigkeit dann
doch bis ins Innere. Dem kann man mit einer separat erhältlichen Regenhülle Abhilfe schaffen. Warum man für diese aber separat noch mal zahlen soll ist mir schleierhaft. Gerade bei
einem Rucksack welcher für Outdoor und “extreme” Verhältnisse konzipiert ist, sollte so was im Standard Lieferumfang enthalten sein. Ob die Regenhülle auch bei einem vollbepackten Rucksack (z.B. mit aufgesetztem Stativ) noch passt, kann ich derzeit noch nicht sagen, da ich mir erst eine Regenhülle nachbestellen muss.

– Der Preis:
Wie bei allen Dingen welche Qualität bieten kostet diese auch was, und F-Stop liegt auf dem Gebiet sicher im oberen Preissegment

– Die Verfügbarkeit:
Die Vertriebskanäle in Europa sind gerade erst im entstehen. Derzeit ist eine kleine Auswahl von F-Stop Gear Artikeln bei einigen deutschen Onlinehändlern (z.B.
www.bergfreunde.de oder www.globetrotter.de ) erhältlich. Oder man bestellt direkt bei www.fstopgera.com. Die US Firma verfügt über ein Lager in den Niederlanden von welchem aus
die Belieferung europäischer Kunden erfolgt. Die Verfügbarkeit der Ware schwankt jedoch nicht zuletzt auf Grund der bereits großen Nachfrage “ein wenig”.

– Die Größe des Satori:
Nein, er ist nicht “zu groß”. Ich würde mir im Gegenteil, noch etwas mehr Stauraum für zusätzliche Bergausrüstung im Inneren Wünschen.
Wobei das ist in dem Fall schon “jammern auf hohem Niveau”. Bei einem Biwak mit Schlafsack, Isomatte, Kocher, zusätzlicher Bekleidung etc… muss aber sicher das eine oder andere Teil außen am Rucksack fixiert werden. Daher möchte ich an dieser Stelle gleich die Anschaffung von ein paar zusätzlichen Fixierungsgurten sog. GateKeepern empfehlen.
Vielleicht plant F-StopGear für die Zukunft ja ein noch etwas voluminöseres Model für “Hobby Sherpas” wie mich… ;)

FAZIT:
Trotz des relativ hohen Preises und der erwähnten Nachteile, habe ich mit dem Satori endlich DEN nahezu perfekten Fotorucksack für mich gefunden. Für mich steht fest, ich werde lange Freude an dem Teil haben!!
Sollte jemand noch detaillierte Fragen haben, stehe ich gerne für Auskünfte zur Verfügung…

Anbei noch ein Link zum Produktvideo (Englisch) des Satori, in welchem der Rucksack auch noch mal vorgestellt wird…